Empfehlung für den Einsatz des Antizyklischen Kapitalpuffers (FMSG/2/2026)

49. Sitzung, 25. Juni 2026

Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) empfiehlt der Finanzmarktaufsicht (FMA) gemäß § 23a Abs 1 Bankwesengesetz die Beibehaltung eines Antizyklischen Kapitalpuffers (AZKP) in Höhe von 0 % der risikogewichteten Aktiva.

Zum Stichtag 31.03.2026 weist einer von sechzehn Indikatoren auf zyklische Risiken hin, nämlich jener zur Qualität des Liquiditätspuffers. Das Bankensystem ist also weiterhin überdurchschnittlich gut mit hochliquiden Aktiva ausgestattet. Zwei, im Vorquartal auffällige Indikatoren waren der Kapitalüberschuss und der Stressindikator für den Finanzmarkt, die im ersten Quartal 2026 in den aus antizyklischer Perspektive unauffälligen Bereich migriert sind. Der Kapitalüberschuss ist vor allem infolge des Zukaufs von Santander Polen durch die Erste Bank Group gesunken. Der Stressindikator für den Finanzmarkt ist aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten angestiegen. Die beiden Gap-Indikatoren zu Kreditvolumina und Neukreditvergabe liegen ebenfalls unterhalb ihrer Schwellenwerte. Das Wirtschaftswachstum bleibt moderat und die Neukreditvergabe zeigt ein stabiles Bild, wobei seit März 2026 eine Beschleunigung (+13 % im Jahresvergleich) festzustellen ist.

In der Gesamtschau lässt sich zum Stichtag 31.03.2026 kein akutes zyklisches Risiko feststellen.

Das Dashboard der Indikatoren zu systemischen Risiken wird in einer interaktiven Version auch auf der Website der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlicht.